HIV-Schnelltest

HIV-Schnelltest

„Kann ich mich mit HIV infiziert haben?“ Diese Frage stellen sich viele Menschen, die Kontakt zur AIDS-Hilfe aufnehmen. Zum Beispiel weil sie ungeschützten Sex hatten, weil das Kondom vielleicht abgerutscht ist oder weil eine andere Situation bestand, in der sie sich mit HIV angesteckt haben könnten.

Ein HIV-Schnelltest kann Klarheit schaffen. Wenn man tatsächlich infiziert ist, bringt es heute außerdem große gesundheitliche Vorteile mit sich, darüber Bescheid zu wissen. Eine rechtzeitige HIV-Therapie kann das Immunsystem dann vor dem Virus schützen.

Wird eine Infektion hingegen erst spät erkannt, hat das Virus dem Körper oft schon schweren Schaden zugefügt. Das lässt sich durch einen rechtzeitigen Test und eine Therapie vermeiden!

Einen HIV-Schnelltest kann man/frau vollkommen anonym, aber nicht kostenlos, in unserer Beratungs- und Geschäftsstelle Magdeburg durchführen lassen. Er liefert drei Monate nach der letzten Risikosituation ein zuverlässiges Ergebnis.

So läuft das bei uns ab: Du vereinbarst mit uns einen Termin oder kommst Montags oder Donnerstags zwischen 11:00 und 20:00 Uhr bei uns vorbei. Du erhälst eine ausführliche Beratung, die auf deine individuellen Bedürfnissen zugeschnitten ist. Dann entscheidest du, ob der Test durchgeführt werden soll.  Fällt deine Entscheidung zugunsten des Tests aus, hat der Berater oder die Beraterin nach spätestens 20 Minuten das Ergebnis, welches dir nach einem abschliessenden Beratungsgespräch mitgeteilt wird.

Bitte beachte aber, dass wir keine negativen Testergebnisse (keine HIV-Antikörper gefunden) bescheinigen.

In welchen Situationen tatsächlich das Risiko einer HIV-Infektion besteht und in welchen nicht, steht im Bereich Übertragung von HIV.

 

Schnelltest

Im Internet werden oft HIV-Schnelltests für den Gebrauch zu Hause angeboten. Versendet werden sie meist vom Ausland aus, denn der Verkauf an Privatpersonen ist in Deutschland nicht erlaubt.
 
Wir warnen mit Nachdruck vor diesen Schnelltests. Schon kleine Anwendungsfehler können zu falsch positiven und falsch negativen Testergebnissen führen. Hinzu kommt: Bei einem normalen HIV-Schnelltest wird ein positives Ergebnisses mit einem zweiten Test überprüft – bevor es dem betroffenen Menschen mitgeteilt wird. Bei Schnelltests ist man hingegen unmittelbar und ohne Beratung mit dem möglicherweise falschen Ergebnis konfrontiert. Das kann sehr belastend sein.
 
Anders stellt sich die Situation dar, wenn zugelassene Schnelltests in Einrichtungen für schwule Männer oder für Drogen gebrauchende Frauen und Männer (z.B. bei AIDS-Hilfen) angeboten werden. Dort wird der Test fachkundig durchgeführt, und es findet eine Beratung statt.

 

PCR-Test

Ein PCR-Test weist nicht Antikörper gegen HIV nach sondern das Virus selber. Der Nachweis von HIV ist in den meisten Fällen schon 15 Tage nach der Infektion möglich. Der Test kommt bei Verdacht auf eine akkute HIV Infektion zum Einsatz. Das Verfahren wird auch verwendet, um im Rahmen von HIV-Therapien die Viruslast zu bestimmen.

Als schnellere Alternative zum normalen HIV-Antikörpertest sind PCR-Tests nicht geeignet. Sicher ausschließen, dass eine HIV-Infektion vorliegt, kann dieser Test nämlich nach 15 Tagen noch nicht, da die Virusvermehrung im Körper von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich verläuft. Außerdem erfasst der PCR-Test auf den Virustyp HIV 1 zum Beispiel nicht den (in Deutschland seltenen) Virustyp HIV2. Um sicherzugehen ist deswegen ein HIV-Antikörpertest nach drei Monaten notwendig.

Der PCR-Test kostet etwa 100 bis 180 Euro. Wird der Test nicht im Rahmen einer HIV-Behandlung oder bei Verdacht auf eine akute Infektion durchgeführt, muss der Patient die Kosten selber tragen