8. März – Feministischer Kampftag und sexuelle Gesundheit von FLINTA*-Menschen

Der 8. März ist mehr als ein Datum im Kalender. Seit über 100 Jahren steht dieser Tag für den Kampf um Rechte, Sichtbarkeit und Selbstbestimmung.

Heute wird der Weltfrauentag vielerorts bewusst als feministischer Aktionstag begangen. Er rückt die Belange all jener Menschen ins Zentrum, die aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer geschlechtlichen Zuschreibung Benachteiligung erfahren. Gemeint sind damit nicht nur Frauen, sondern ebenso trans* Menschen, nicht-binäre Menschen, inter* Menschen, agender Personen und viele weitere, deren Geschlechtlichkeit nicht in ein enges, binäres System passen.

Für uns ist dieser Tag ein Anlass, besonders auf die sexuelle Gesundheit von FLINTA*-Menschen zu blicken. Sexuelle Gesundheit verstehen wir als biopsychosoziale Gesundheit: Sie umfasst die körperliche, die seelische und die soziale Dimension.

Sexuelle Gesundheit bedeutet: die eigene Sexualität selbstbestimmt, sicher und frei von Gewalt, Diskriminierung und Angst leben zu können. Oder sich auch gegen Sexualität entscheiden zu dürfen, ohne Druck oder Pathologisierung zu erfahren.

Wir erleben zudem, dass viele FLINTA* Menschen Gesundheitsangebote oder Beratungsstellen aus Angst vor Diskriminierung und/oder unwürdiger Behandlung meiden. Manche leben in ständiger Sorge vor sexuell übertragbaren Infektionen, weil sie negative Erfahrungen mit medizinischem Personal gemacht haben. Andere verzichten aus Angst – nicht aus fehlender Lust – auf sexuelle Kontakte. Wieder andere befinden sich in Situationen, in denen Selbstschutz in den Hintergrund tritt, weil Scham, internalisierte Abwertung oder das Gefühl, „eine Zumutung“ zu sein, das eigene Wohl überlagern. Gynäkologische, urologische und allgemeinmedizinische Versorgung ist darüber hinaus unzureichend auf die vielfältigen Fragen und Bedürfnisse von FLINTA* Menschen eingestellt, schließt viele sogar aus.

Am 8. März erinnern wir daran, dass sexuelle Selbstbestimmung kein Luxus ist, sondern ein Menschenrecht. Wir setzen uns dafür ein, Räume zu schaffen, in denen Menschen unabhängig von Geschlecht, Identität oder sexueller Orientierung respektvoll beraten und medizinisch versorgt werden. Räume, in denen ein Nein geschützt ist. Räume, in denen Lust ebenso Platz hat wie Verletzlichkeit.

Dafür stehen wir. Nicht nur am 8. März.