„Ich wünsche mir kein Mitleid. Ich wünsche mir eine Zukunft für mein Kind.“
Spendenaufruf
Mein Name ist Lana*. Ich wurde 1998 in Kamerun geboren und bin dort aufgewachsen. Meine Heimat trage ich in meinem Herzen. Aber das Leben dort war geprägt von Angst und Unsicherheit. Wer seine Meinung sagt oder die Regierung kritisiert, kann Gefahr laufen, verfolgt, eingesperrt oder misshandelt zu werden.
Deshalb bin ich 2024 nach Deutschland gekommen. Ich kam mit der Hoffnung auf ein Leben in Sicherheit. Auf ein Leben ohne Angst. Auf eine Zukunft.
Ich bin dankbar für die Menschen, die mir geholfen haben. Für die medizinische Versorgung, die ich hier durch die Uniklinik erhalten habe. Denn in Deutschland bekam ich eine Diagnose, die mein Leben verändert hat: HIV. Dank der Mitarbeiter der Aidshilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V. erhalte ich Unterstützung in vielen Bereichen. Dafür bin ich unendlich dankbar.
Ich bin im sechsten Monat schwanger und freue mich unendlich auf mein Kind. Meinen Wunsch nach einem Kind konnte ich 2025 nicht erfüllen. Ich war schwanger aber das Kind hat nie das Licht der Welt erblickt. Diese Momente werde ich nie vergessen und sie begleiten mich immer. Umso mehr freue ich mich jetzt, dass mir der Wunsch erfüllt wird und ich im Oktober 2026 mein Kind bekommen werde. Es gibt viele Momente, wo ich mich durch die Geschäfte bewege und gerne „Kleinigkeiten“ kaufen möchte. Ich sehe werdende Muttis, die kleine Strümpfe mit bunten Motiven kaufen und sich freuen. Ich freue mich für diese Frauen und denke natürlich „das möchte ich auch“. Vor kurzer Zeit bin ich mit einer Freundin über einen Kinderflohmarkt gegangen. Ich habe mich unsterblich in einen Babystrampler verliebt aber eine Bezahlkarte für Asylsuchende konnte hier nicht akzeptiert werden. Solche Situationen erlebe ich täglich und das macht mich traurig. Ich bin glücklich, dass ich bald Mutti werde und möchte doch gut auf mein Baby vorbereitet sein.
Ich habe meine B1-Sprachprüfung bestanden. Ich habe gelernt, mich zu unterhalten, mein Leben zu organisieren und immer wieder zu erklären, wer ich bin. Ich kämpfe jeden Tag darum, nicht übersehen zu werden und jetzt kämpfe ich um die alltäglichen Dinge für mein Kind, die für andere Eltern selbstverständlich sind wie z.B. Windeln, Pflegeprodukte oder Bekleidung.
Zu diesen großen Problemen beschäftigen mich auch noch andere Gedanken z.B. meine HIV-Diagnose. Die Ärzte haben mir gesagt, ich bin gut medikamentös eingestellt und ich brauche mir kein Gedanken machen und doch sind sie da. Ich mache mir Sorgen um mein Kind und erlebe im täglichen Leben immer wieder Konfrontation. HIV und Schwangerschaft ist gar nicht so leicht unter einen Hut zu bringen dabei ist es eigentlich gar kein Problem aber viele Menschen haben diese Informationen nicht. Ich wünsche mir keine Sonderbehandlung, sondern Normalität. Ich wünsche mir nur die Möglichkeit, mein Kind sicher und gesund auf die Welt zu bringen und ihm ein gutes Leben zu geben.
Wir begleiten Lana in unserem Referat „Menschen mit HIV“.
Lana erhielt im September 2025 einen negativen Asylbescheid. Dieser wurde allerdings nicht zugestellt, sondern die Deutsche Post hat ihn an die Behörde zurückgeschickt mit dem Vermerk „nicht zustellbar“. Auf die Begründung wartet der Anwalt, der sie vertritt, heute noch. Diese Situation hat Lana die wertvolle Klagefrist gekostet und dadurch wird sie aktuell als abgelehnte Asylsuchende eingeordnet. Die Konsequenzen trägt allein sie und das bedeutet: Sie erhält ausschließlich eine Bezahlkarte auf der monatlich ihr gekürzter Regelbetrag von 204 € überwiesen wird. Sie bestreitet damit nicht nur ihren Lebensunterhalt, sondern zahlt davon ihr Deutschlandticket (sie lebt im ländlichen Raum) und die Kosten ihres Anwalts.
Lana lebt in einer Wohnung des Landkreises. Wir gehen davon aus, dass das Sozialamt die Erstausstattung als Sachleistung übernehmen wird. Viele wichtige Dinge für ein Neugeborenes sind damit jedoch nicht abgedeckt: Babykleidung, Hygieneartikel, medizinische Produkte und weitere notwendige Anschaffungen.
Wir möchten Lana und ihr ungeborenes Kind in dieser besonderen und belastenden Situation unterstützen.
Wir freuen uns über zweckgebundene Spenden, damit Lana ihr Baby mit den wichtigsten Dingen willkommen heißen kann.
Eure Spende richtet ihr an:
- Aidshilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V.
- Sozialbank
- IBAN: DE46 3702 0500 0007 4361 00
Verwendungszweck: Lana
*Der Name wurde aus datenschutzrechtlichen Gründen verändert, um Rückschlüsse auf die Person zu vermeiden. Die Spende ist zweckgebunden und wird in voller Höhe weitergegeben.
Marcus Schröder
- Referatsleiter Menschen mit HIV
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