Sexarbeit ist Arbeit. Punkt.
Heute ist der Internationale Hurentag. Ein Tag, der weltweit auf die Rechte, Lebensrealitäten und Arbeitsbedingungen von Sexarbeiter*innen aufmerksam macht.
Sexarbeit ist in Deutschland ein anerkannter Beruf. Mit dem Prostituiertenschutzgesetz (ProstSchG) gibt es gesetzliche Regelungen, die unter anderem den Zugang zu Beratung, gesundheitlicher Unterstützung und registrierter Tätigkeit strukturieren sollen. Gleichzeitig ist der Alltag vieler Sexarbeiter*innen weiterhin von Stigmatisierung, Vorurteilen und Ausgrenzung geprägt.
Der Internationale Hurentag erinnert daran, dass rechtliche Rahmenbedingungen allein nicht ausreichen. Es braucht Respekt, Aufklärung und niedrigschwellige Unterstützungsangebote, die ohne Bewertung zugänglich sind.
Im Rahmen der Aktionswochen, rund um den Welthurentag, setzt das Zentrum für sexuelle Gesundheit gemeinsam mit Magdalena ein Zeichen für Selbstbestimmung, Gesundheit und gesellschaftliche Sichtbarkeit von Sexarbeiter*innen. Als kleine Geste der Wertschätzung verteilt Bea heute „Kleine-Auszeit-Päckchen“. Sie stehen symbolisch für Anerkennung, Aufmerksamkeit und den Wunsch nach einem Arbeitsumfeld, in dem Gesundheit und Würde selbstverständlich sind.
Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit mit Sexarbeiter*innen ist die gesundheitliche Versorgung und Beratung. Dank einer Förderung ist unsere Kollegin Bea gemeinsam mit dem Projekt Magdalena der AWO unterwegs und bietet vor Ort Schnell- und Labortestungen auf sexuell übertragbare Infektionen sowie Beratung rund um die Frauen*gesundheit an. Die Angebote sind vertraulich, niedrigschwellig und an den individuellen Bedürfnissen der Ratsuchenden orientiert.
Magdalena ist ein Beratungs- und Unterstützungsangebot für Sexarbeiter*innen in Sachsen-Anhalt, das auf Vertrauen, Respekt und Freiwilligkeit basiert und den Zugang zu weiteren Hilfesystemen erleichtert.
Der Internationale Hurentag ist damit nicht nur ein Gedenktag, sondern auch ein gesellschaftlicher Appell: für weniger Stigma, mehr Sichtbarkeit und echte Teilhabe.
Beatrice Peglau
- Referentin für Primärprävention / Referentin für Frauen / Menschen mit Beeinträchtigungen
- Betriebliche Ersthelferin
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