Das ZfsG, ein SafeSpace
Das Zentrum für sexuelle Gesundheit (ZfsG) versteht sich als SafeSpace für Menschen jeglicher Herkunft, Identität, sexueller Orientierung und geschlechtlicher Vielfalt. Besonders für LSBTIAQ*-Personen möchten wir ein sicherer Ort sein. Ein Raum, in dem niemand erklären, rechtfertigen oder sich anpassen muss, um akzeptiert zu werden.
Unsere Wurzeln liegen in der Aidshilfe-Bewegung. Entstanden aus der Solidarität schwuler Communities in Zeiten von HIV und massiver Stigmatisierung, war Aidshilfe von Beginn an mehr als medizinische Beratung. Sie war Schutzraum, Selbsthilfe, politische Stimme und gelebte Community. Ein Ort, an dem queeres Leben selbstverständlich war, lange bevor es gesellschaftlich selbstverständlich wurde.
Aus dieser Geschichte heraus hat sich das ZfsG kontinuierlich weiterentwickelt. Neben dem klassischen Schwerpunkt in der Arbeit mit MSM (Männern, die Sex mit Männern haben) haben wir unsere Angebote erweitert und diversifiziert. Mit dem Aufbau eines TIN*-Referats (Trans*, Inter*, Nicht-binär) tragen wir geschlechtlicher Vielfalt strukturell Rechnung. Wir öffnen Räume für neue Zielgruppen und reagieren auf gesellschaftliche Realitäten, die sich verändern, ohne je unsere Wurzeln zu vergessen.
Das Thema begleitet uns bei fast allen unseren Veranstaltungen.Sei es in Schulen, Jugendeinrichtungen, anderen Beratungsstellen und sozialen Kontexten. Wir sprechen über Identität, Konsens, Schutz, HIV, andere sexuell übertragbare Infektionen, Beziehungsgestaltung und Selbstbestimmung. Wir tun das fachlich fundiert, niedrigschwellig und diskriminierungssensibel.
Unsere Arbeit steht unter dem Leitbild der sexuellen Gesundheit und der sexuellen Rechte, wie sie von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) formuliert wurden. Sexuelle Gesundheit bedeutet für uns nicht nur Abwesenheit von Krankheit, sondern das Recht auf körperliches, emotionales, mentales und soziales Wohlbefinden im Zusammenhang mit Sexualität. Dazu gehört das Recht auf Information, Schutz, Selbstbestimmung und ein Leben frei von Diskriminierung und Gewalt.
SafeSpace heißt für uns konkret:
- respektvolle Ansprache und sensible Sprache
- Vertraulichkeit und Schutz persönlicher Daten
- klare Haltung gegen Queerfeindlichkeit, Rassismus und jede Form von Diskriminierung
- Empowerment statt Belehrung
- Begegnung auf Augenhöhe
Wir wissen, dass ein „sicherer Raum“ kein Selbstläufer ist. Er entsteht durch Haltung, Reflexion und kontinuierliche Weiterentwicklung. Deshalb verstehen wir SafeSpace nicht als Label, sondern als Auftrag.
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