Vielfalt predigen - Teilhabe verwehren?

Vorstand
© AIDS-Hilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V.

Community sollte für Schutz und Solidarität stehen, für einen gemeinsamen Raum, in dem Vielfalt nicht verhandelt, sondern gelebt wird.

Was beim CSD in Schönebeck am 25.04.2026 passiert ist, passt dazu nicht.

Falko Jentsch als privater Anmelder der Demo hat versucht, unseren verantwortlichen Vertreter Andreas Bösener und damit auch unsere Teilnahme als Organisation, von der Demo auszuschließen. Dieser Versuch konnte nur durch das Eingreifen der Polizei vor Ort verhindert werden.

Wir haben Falko Jentsch sowie den Mitorganisator – den Christopher-Street-Day Sachsen-Anhalt e.V., in dessen Vorstand er tätig ist – im Nachgang um eine Stellungnahme gebeten und konkrete Fragen gestellt: zur Grundlage, zu den Entscheidungswegen und zu den angewendeten Kriterien. Bis zum Zeitpunkt dieses Newsletters liegt keine Antwort vor.Falko Jentsch und der Christopher-Street-Day Sachsen-Anhalt e.V. schweigen.

Wer zu einer Demonstration einlädt, die für Vielfalt, Sichtbarkeit und Community stehen soll, trägt auch Verantwortung für Transparenz – insbesondere dann, wenn versucht wird einen queeren Menschen und mit ihm eine ganze queere Organisation konkret von der Teilhabe auszuschließen.

Leider steht der aktuelle Fall beim CSD in Schönebeck vom 25.04.2026 nicht isoliert da.

Bereits beim CSD Schönebeck 2023 wurde dem LSVD Sachsen-Anhalt e.V. die Teilnahme am Straßenfest mit einem Infostand untersagt. Verantwortlich hierfür war der CSD Magdeburg e.V., in dessen Vorstand Falko Jentsch damals wie heute tätig ist. Auch beim CSD in Magdeburg kam es zu Problemen: In den Jahren 2021 und 2022 kam eine Teilnahme des LSVD Sachsen-Anhalt e.V. am Straßenfest auf dem Alten Markt nicht zustande.

Nach unserer Kenntnis konnte der LSVD Sachsen-Anhalt e.V. zudem auch beim CSD in Schönebeck am 25.04.2026, als auch beim heutigen CSD in Dessau am 02.05.2026 nicht mit einem Infostand teilnehmen, weil die Erlaubnis dazu vom Christopher-Street-Day Sachsen-Anhalt verweigert wurde.

Der CSD ist kein privater Raum. Er ist öffentlicher Protest. Historisch aus dem Kampf gegen Ausgrenzung gewachsen und genau daran muss er sich messen lassen.

Aidshilfe Sachsen-Anhalt Nord e.V.
Der Vorstand